Rodeln als Pflichtfach im Schulunterricht

Jede Woche rodeln steht ab dem Wintersemester 2026/27 am Stundenplan italienischer Grundschulen im Alpenraum. Mehr Nachwuchs im Bob- und Rodelsport soll die Zukunft der teuren Olympia-Bobbahn sichern.

Das italienische Bildungsministerium und das Nationale Olympische Komitee (CONI) haben eine überraschende Vereinbarung getroffen: Von Dezember bis März soll künftig jeden Mittwoch in allen Grundschulen der italienischen Alpen ein «Tag des Rodelsports» stattfinden. Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren erhalten dabei eine Einführung in die Disziplinen Bob, Rodeln und Skeleton. Ziel der Initiative ist es, die aktuell sehr überschaubare Zahl aktiver Athlet:innen in diesen Sportarten deutlich zu erhöhen. Nur so könne auf Dauer gewährleistet werden, dass die in Cortina für die Olympischen Winterspiele 2026 errichtete Bobbahn ausgelastet und erhalten bleibt. Um den Nachwuchsboom im Schlittensport auch infrastrukturell abzusichern, sieht der Plan ausserdem die Reaktivierung der ehemaligen Bobbahn von Cesana vor. Die Anlage wurde einst für die Winterspiele 2006 in Turin errichtet, kurz darauf wegen mangelnder Nutzung geschlossen und verfällt seitdem. Parallel dazu wird über den Bau einer zusätzlichen Hightech-Bahn in der Lombardei nachgedacht. Mehrere Gemeinden haben bereits ihr Interesse dafür angemeldet.